David Jäger wurde am 13. April 1983 in Bottrop geboren.
Seine Lyrik bewegt sich in einer morbid-expressionistischen Weite. Nach ersten Veröffentlichungen in der Kulturzeitschrift INTRO erschien sein inzwischen vergriffener, erster Gedichtband "herbst mitternacht stunden". 2000 erhielt Jäger beim bundesweiten Wettbewerb "Schüler schreiben" der Stadt Berlin - gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung - unter 2274 Mitbewerbern eine der begehrten 26 Auszeichnungen. Die Jury beurteilte Jägers Gedichte in der Auszeichnungsurkunde als "bemerkenswert und beispielhaft". Im Januar 2001 ist sein zweiter Lyrikband "Nach den Feuern" erschienen.
Gelbe Stille
Da wo kleine Kreaturen kriechen
Kauert bald die Nacht
Dann fällt das Atmen leichter
Für die Nymphen
Die Kröten
Hörst du sie nicht
Stille die mit gelben Getöse
Blasse Waldes Weiten zertrümmert
Es ist der letzte Tagschattenfalter
Welcher sich an dich lehnt
Ist er weg
Gegangen unter deine Haut
Schrei nicht so laut
Genieß den schwarzen Schmerz
Du lockst die Gelbe Stille
Wenn du morgen im Laub liegst
Kleine Kreaturen küssen kalten Körper
In der Nacht Kröten
Auf dir sitzen - Nymphen spielen in
Deinem Haar
Bist du gelb und still
Zertrümmerst blasse Waldes Weiten
Dunkler Stern
Ich öffne die Düsternis
Bis hinauf durch die Winde
Der dunkle Stern
Bin gefesselt von der Abstinenz
Der Güte und des Lichts
Keine Kälte, keine Hitze nur
Der dunkle Stern
In meinem weiten Grab
Verfaulen meine Augen
Ohne Zeit und Raum
Das Fleisch stinkt vor Verwesung und das
Herz gibt dem Vakuum Unterschlupf den
der dunkle Stern
fade im Schatten
Still und schläfrig ausgeblutet tot

Nacht vor dem Sommer
Zucker im Haar
Gleißend schön
Schleicht sich ein
Sommeratem
Freiheit des Lichts
Klare Fluten der
Wärme fühlt
Gelbrötliche
Brennend den
Antrieb des Seins
Satan auf dem Totenbett
Die Schritte schwer, durch hohe Gänge,
die Fenster sind aus buntem Glas,
schimmern heiter in der Sonne,
wo ist sein Zimmer, wo ist es, wo er lag?
Auf die schwere eichen Tür, tret' an sein Gemach,
es liegt Satan auf dem Totenbett, seine Diener geben acht,
Dämonen ohne Gesicht noch Herz,
tragen bleich gefallenen Trauerflor.
So böse, doch krank eingefallen,
eine Wunde auf dem Rücken, durch das Attentat der Güte,
der Liebe, der Barmherzigkeit,
entweicht ein letzter Atemzug aus seinem eingefallenen Leib.
Ein Arzt erscheint, diagnostiziert sein Ende,
das Böse ist tot, das Gute hat gewonnen,
tret´ wieder hinaus und sehe helles Schimmern,
nur Farben hoch im Sonnenschein.
Kinder singen Lobgesänge, gepriesen sei der Herr,
Lahme gehen kleine Wege in die Kirchen unserer Welt,
Blinde sehen und beginnen alles echte war zu nehmen,
selbst die Kriege haben gehalten um sich am Leben zu erfreuen.
Alles Wahre ist nun Herrlich, jeden Tag eine neue Jugend,
nicht einmal die Weide trauert, nur das Heer der Dämonen weint,
um ihren hochverehrten Meister oder haben sie erkannt,
das eine Waage schnell zerbricht, wenn eine Seite siegreich taumelt.
Wispermond
In den
Mohnfeldern
Liegt leise im
Tot ein junger
Pegasus
Der Wispermond
Über dem gefressenen
Haar rötlich die Augen
Jener Vögel
Die zehren vom
Angebrochenem Mohn

David Jäger:
Nach den Feuern
84 Seiten - 19 x 12 cm - Paperback,
9,90 Euro; ISBN: 3-931300-06-4
KFVR 2000
Dieses Buch können Sie bei
AMAZON oder LIBRI bestellen.